Wiederaufnahme: Fünfmal lockt das Wilde Weib 2009 in Birstein

Die Birsteiner Festspiele stehen vor einem erneuten Höhepunkt, denn das Erfolgsstück „Das Wilde Weib“ kehrt für fünf Aufführungen auf die Bühne zurück. Die Inszenierung der Regisseurin Thalia Schuster hat sich längst zu einem kulturellen Phänomen entwickelt, das weit über die Grenzen des Main-Kinzig-Kreises hinaus Beachtung findet. Basierend auf einer alten Lokalsage, erzählt das Stück die Geschichte einer geheimnisvollen Frau, die im Wald lebt und den damaligen Fürsten durch Klugheit und List um ein Stück Land bringt. Es ist eine Erzählung über Eigensinn, Gerechtigkeit und die tiefe Verbindung zur Natur, die in der dramaturgischen Umsetzung nichts an Aktualität verloren hat.

Der enorme Erfolg der ersten Spielzeiten machte deutlich, dass in Birstein etwas Besonderes entstanden ist. Was ursprünglich als einmaliges Projekt des örtlichen Gesangvereins begann, führte aufgrund der überwältigenden Resonanz zur Gründung des Vereins „Wilde Kultur“. Dieser Verein bündelt nun die kreativen und organisatorischen Kräfte des Dorfes, um das Bürgertheater auf professionellem Niveau fortzuführen. Dabei ist die Produktion ein echtes Gemeinschaftswerk, bei dem fast jeder im Ort eine Aufgabe findet, sei es auf der Bühne als Darsteller, beim Nähen der historischen Kostüme oder beim Aufbau der beeindruckenden Kulissen im Schlosspark.

Die Inszenierung lebt vor allem von der authentischen Spielfreude der Mitwirkenden. Die Regisseurin legt großen Wert darauf, dass die Darsteller, die zum Großteil aus der Region stammen, ihre Rollen mit persönlicher Leidenschaft füllen. Die Verbindung aus professioneller Leitung und der unverfälschten Energie der Laienschauspieler verleiht dem „Wilden Weib“ eine ganz besondere Atmosphäre. Wenn sich der Vorhang unter freiem Himmel öffnet, verschmelzen die historische Kulisse von Birstein und die fiktive Handlung zu einem Gesamterlebnis, das die Zuschauer unmittelbar in die Welt der Sagen eintauchen lässt.

Die kommenden Aufführungen bieten erneut die Gelegenheit, dieses Herzschlagprojekt der Birsteiner Bürger live zu erleben. Die Nachfrage nach den Karten ist erfahrungsgemäß groß, da das Stück mittlerweile als „Blockbuster“ des ländlichen Raums gilt. Es zeigt eindrucksvoll, wie Kultur die Identität einer Gemeinde stärken und Menschen unterschiedlicher Generationen für ein gemeinsames Ziel begeistern kann. Für Birstein ist das „Wilde Weib“ mehr als nur Theater – es ist ein lebendiges Denkmal für den Zusammenhalt und die kreative Kraft der Region.

Frankfurter Rundschau

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Dr. Sarah Fürstin von Isenburg ist Schirmherrin der Festspiele 2016

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Das Wilde Weib zieht eine ganze Gemeinde in seinen Bann